REISE  28.6. 2017 bis 4.7.2017

REISE

Von Wr. Neustadt starte ich Richtung Süden und erreiche über Graz und Leibnitz meinen ersten Übenachtungsort Arnfels. Am nächsten Tag geht es weiter über Maribor, Ljubljana, Postojna und Opatija zur Fähre nach Brestova. Nach der Überfahrt mache ich noch eine Radrundfahrt durch die Stadt Cres. Am Nachmittag erreiche ich den Campingplatz in Punta Križa. Die nächsten vier Tage breche ich jeweils zeitig in der Früh zu meinen Wanderungen und Ausflügen mit dem Rad auf um zur Mittagszeit wieder die Sonne und das Meer genießen zu können. Die Heimreise wird ebenfalls zeitig begonnen da ich die ganze Strecke in einem Tag zurückfahren möchte. Anfänglich kam ich ins Schwitzen doch nach der Reparatur des Keilriemens für die Klimaanlage hatte ich wieder einen kühlen Kopf.

OSOR

In der Antike Apsorus und in byzantinischen Quellen Opsara genannt, ist die älteste Siedlung und die erste bedeutende Stadt von Cres und Lošinj. Unter der Herrschaft des Römischen Reichs wurde der Isthmus durch einen etwa 11 m breiten Graben getrennt und schiffbar gemacht. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches kam Osor in den Herrschaftsbereich von Byzanz. Seit dem 6. Jahrhundert war es ein Bistum, das der Kirchenprovinz Salona zugeordnet war; auf das Bistum geht das Titularbistum Absorus der römisch-katholischen Kirche zurück.
Im 9. Jahrhundert griffen die Sarazenen Osor an und zerstörten die Kathedrale und im 14. Jahrhundert die Republik Genua, die ebenfalls die Kathedrale zerstörten.
Osor erhielt in der Antike sein Stadtrecht und war bis zum 14. Jahrhundert die Hauptstadt dieser Inselgruppe. Zeugen dieser Zeit sind v.a. die alles dominierende Kathedrale von Osor, in der heute Konzerte stattfinden. Zu Zeiten venezianischer Herrschaft war der Römergraben versandet und Schiffe und Waren mussten etwa 100 Meter über das Festland gebracht werden.
Im Mittelalter hatte Osor seine Blütezeit, es lebten dort bis zu 30 000 Menschen.
Osor wurde im Mittelalter wegen der Nähe eines großen Sumpfgebietes regelmäßig von Malariaepidemien heimgesucht. Daher verlegte man die Inselverwaltung nach Cres.
Die kroatische Währung Kuna (was übersetzt Marder bzw. Wiesel bedeutet) wurde in Osor das erste Mal im Jahr 1018 als Zahlungsmittel der Kroaten erwähnt. Ein kleines Denkmal in Form eines Marders bzw. Wiesels erinnert heute noch daran.

        

PUNTA KRIZA

Punta Kriza befindet sich im Südosten der Insel Cres und hat die Form einer Halbinsel, die mit einem europäisch mediterranen Wald bewachsen ist.
Aufgrund seiner charakteristischen, leicht hügeligen Lage kann man den Ort von allen Seiten der Insel sehen. Der höchste Gipfel ist Vela Straza (154m), der einen wunderschönen Panoramablick über das ganze Gebiet bietet. Deshalb wundert es nicht, dass der Gipfel schon seit jäh her als Aussichtpunkt dient. Das besondere an Punta Kriza ist die zergliederte Küste mit zahlreichen Buchten, von denen vor allem Kolorat, ul, Meli, Baldarin, Jadrescia, Martisnjica und Sonte traumhaft sind. Punta Kriza ist die größte Ortschaft in diesem Teil der Insel. Bei diesem Ort kreuzen sich mehrere Landwege, die zu vielen Hirtenhüten führen. Es gibt über 20 solcher Hütten, die in der Vergangenheit während der Saison, in der man Schafe gemelkt und Bäume gefällt hat, bewohnt wurden. Außer Hirtenhütten gab es noch Fischerdörfer, jedoch gaben die meisten Bewohner auf. Im Wald von Punta Kriza überwiegen Nadelbäume, deren Holz das beste Brennholz darstellt, Bis zum Ende des 2. Weltkriegs wurde dieses Holz auch exportiert. Außerdem wurden auch die Glasfabrik Murano in Venedig mit diesem Holz versorgt. In diesem dichten Wald lebt verschiedenes Wild, wie Dammhirsche, Wildschweine, Schnepfen, Wildtauben und Fasanen.
Das Gebiet von Punta Kriza wurde schon vor Christus besiedelt. Davon zeugen zurückgebliebene Spuren und Artefakte von Jägern, die aus der Mittelsteinzeit bis zu 7000 v. Chr. Stammen. Diese Funde wurden in Jamina Sredi geborgen, einem Ort der sich am Fuße von Vela Straza befindet.
An mehreren Orten sind Ruinen der Stadtmauer aus der Bronzezeit vorhanden. Und an einigen Standorten gibt es Hinterlassenschaften der Antike, des Weströmischen und Oströmischen Reichs.
Ein wertvolles Erbe sind die Trockenmauern, die schon in der Urgeschichte gebaut wurden, um bewirtschaftete Flächen und Weiden vor Eindringlingen zu schützen.

        

SV. ANTON

Das Anwesen des Großgrundbesitzers der Creser Adelsfamilie Bochina besteht aus einem geschützten Wohn- und Wirtschaftsgebäude und der Kapelle St. Antonius. Dies ist eines der besten Beispiele der Architektur, die entstand, als im Mittelalter die Inselflächen in den Besitz von Grundherren kamen. Die Kapelle gehört zu den Werken der Spätgotik mit rechteckiger Apsis, wie sie damals, im 15. Jahrhundert, auf der Insel gebaut wurden. Ursprünglich war es eine private Kapelle der Familie Bochina. Im Inneren war es finster. Natürliches Licht gelang nur durch eine kleine Wandöffnung hinein. Beleuchtet wurde nur mit Kerzen und Fackeln. Die Innschriften und religiösen Motive an den Wänden zeugen davon, dass die Kapelle in eine Gebetsstätte fürs Volk umgewandelt wurde. Ursprünglich wurden in der Kapelle 12 Kreuze zu ehren der 12 Apostel aufgestellt. Sie wurden benutzt wenn der Bischof in Gottesdiensten Menschen mit dem heiligen Öl weihte. Im Torbogen sind das Kreuz des Hl. Antonius und die Initialen des Auftraggebers (Bortol Bochina) eingemeißelt. Links neben dem Eingangstor ist 1925 eingemeißelt, Dies ist das Jahr in dem das letzte Mal renoviert, ein neuer Altar aufgestellt und der Boden mit Ziegel ausgekleidet wurde. In diesem Altar ist ein Steinbalken eingebaut, der als Tragbalken des Eingangs in den Wohnbereich des Anwesens diente. Auf dem Balken befinden sich das Jahr 1485, die Initialen A.B. und das Wappen der Familie Bochina. Das Wohngebäude besteht aus einem Haus mit Hof, wo mündlichen Überlieferungen nach, Mitte des 19. Jahrhunderts Priester aus dem Kloster Osor vorübergehend lebten.

       

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